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Marco Spano

Marco Spano

Arthrogryposis

„Als ich am 3. Januar 1988 geboren wurde, waren meine Beine, Hände und Arme durch eine Sehnenverkürzung (Arthrogryposis) stark eingeschränkt. Schon als Baby hatte ich zahlreiche Operationen an den Füssen, später dann, noch vor dem Kindergarten, wurden meine beide Beine operiert. Die Ätzte sagten damals, dass ich nie von alleine Sitzen könnte. Doch schon als kleiner Junge trotzte ich den Ärzten. Das Sitzen ging plötzlich von alleine. Die Beinoperation war nötig, um sie zu stabilisieren. Auch da haben die Ärzte gesagt, dass ich nie Laufen könnte.

Doch Wochen nach dem Heilprozess machte ich die ersten Schritte, zwar noch mit Hilfe, aber schon da war klar, dass ich mehr wollte. Irgendwann schaffte ich es dann, ohne Hilfe zu gehen und von da an habe ich mir immer gesagt, auch Menschen mit Einschränkungen können vieles erreichen. Heute arbeite ich nach der kaufmännischen Lehre in der freien Wirtschaft und benötige keine Hilfe, von A nach B zu laufen.

Im Alltag sieht man bei meiner Gangart und den Händen, dass ich eine Behinderung habe. Jedoch ist meine Motorik mehr ausgebaut als viele denken.

Der letzte Operationsvorschlag habe ich dankend abgelehnt, da ich mit den Fingern so flink bin und es danach keine Garantie gab, dass ich die gleichen Funktionen wieder erhalten werde. Ich wollte einfach keine Operation, die nur meine Hände verschönert, aber zugleich auch meine Fertigkeiten auf null stellt. Von meinen bisherigen Arbeitgebern habe ich oft Rückmeldungen erhalten, dass sie selten so einen lebensfreudigen Menschen gesehen haben.

Seit zwei Jahren überquere ich jeden Sommer den Luganosee, ohne Hilfe. Eine solche Leistung ist für mich ein grosser Beweis, dass man mit Wille sehr viel erreichen kann.

Für Menschen mit einer Behinderung möchte ich auf den Weg geben, dass man immer an sich glauben und Ärzten nicht alles abnehmen soll, was sie einem sagen. Dennoch bin ich den Ärzten heute sehr dankbar, was sie mir alles ermöglicht haben.

Viele glauben, dass Menschen mit einer Behinderung arm sind und es schwer haben im Leben. Dass wir es zum teil schwer haben, stimmt. Aber ich stimme nicht zu, dass wir arm sind. Ich persönlich kann sagen, dass man vieles positiv sehen kann und sich nicht beeindrucken lassen muss, wenn etwas nicht auf anhieb geht.