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Nima Langhart

Nima Langhart

Drüsen Tuberkulose

“ Ich wurde als 3 jährige von meinen schweizer Eltern adoptiert und stamme ursprünglich aus Indien. Laut ärztlichen Berichten, die nach meiner Ankunft hier in der Schweiz erstellt wurden, litt ich als Kleinkind an Drüsentuberkulose. Die sichtbaren Folgen davon sind Narben seitlich der linken Wange und am Hals, sowie eine Fazialisparese (halbseitige Gesichtslähmung). Dies bedeutet zum Beispiel, dass ich meinen linker Augendeckel nicht vollständig schliessen kann und auf dem Ohr auf dieser Seite gehörlos bin. Ausserdem war die Beweglichkeit einseitig meines Mundes und der Wange stark eingeschränkt, weshalb ich in der Schule Mühe mit der Sprachentwicklung hatt und nie Querflöte spielen lernen konnte. Wegen meines anderen Aussehen litt ich eigentlich nur bis zur dritten Klasse. Dies war aber nicht nur wegen meiner eingeschränkten Mimik, sondern weil ich mich ja hier zu Lande auch in der Hautfarbe und Grösse unterschied. So zog ich mich zurück und pflegte nur wenig Kontakte mit meinen Mitschülern.

 

Die ersten medizinischen Arztuntersuchungen liessen leider keine Hoffnung, dass man an der Gesichtslähmung etwas ändern könnte, da die Hauptnerven bereits zu lange abgestorben waren.

 

Doch bereits zwei Jahren später machten mir weitere Gespräche mit Fachärzten Hoffnung. Mit acht Jahren stand ich vor der Entscheidung eine erste Operation durchführen zu lassen, die als Vorbereitung für einen weiteren Eingriff ein Jahr später galt. Schlussendlich hat man mir ein Nerven-, Muskelstück vom Bein ins Gesicht verpflanzt, was mir das jetzige strahlende Lachen zurück schenkte.

Die überstandenen Operationen haben sich für mich mehr als gelohnt, denn mein Selbstvertrauen und meine eigene Wertschätzung wurden in der Zeit stark. Durch meine eigene Erfahrung möchte ich nun mein Umfeld aufmuntern, den Wert von anderen Menschen nicht allzu sehr auf Äusserlichkeiten zu reduzieren. Manchmal sind genau die sogenannt ‘‘unperfekten‘‘ Dinge diejenigen, welche einen faszinieren und anziehen wie mein jetztiges, von mir selbst genanntes ‘‘Nike-Lächeln‘‘, auf das ich heute stolz bin. Das Motto: ,,Der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln‘‘ ist für mich einer meiner Lieblings Sprüche geworden, denn es hat mir jeweils die Hürde genommen offen auf eine Person zuzugehen. Ein Lächeln sagt mehr als tausend Worte!“